13.01.13 17:16
Von: Robin Stasiak

Test: Need For Speed – Most Wanted


Allgemein bietet Need For Speed – Most Wanted eine überragende Auswahl an Wagen. Vom Seifenkistenähnlichen Caterham über altbekannte Boliden wie Lamborghini und Chevrolet, ausgefallene Exoten wie Marussia und sogar reine Geländewagen – hier wird jeder Autofreund seine Freude haben. Sogar der Elektrosportwagen der Firma Tesla hat es ins Spiel geschafft. Eine für NFS ungewohnte, aber faszinierende Erfahrung, bei 180km/h nichts als ein leises Summen aus dem Motorraum zu vernehmen. Diese Vielfalt ist das erste Mal auch beim Verkehr zu erkennen: Auf den Straßen begegnet uns eine durchaus ansehnliche Auswahl verschiedenster aktueller Fahrzeugmodelle. Auch verzichtet die Verkehrs-KI in Most Wanted auf hektische Ausweichmanöver, macht aber durch Lichtzeichen auf sich aufmerksam, sollte ein Crash kurz bevorstehen.

Die Grafik und der Sound

Wagen wir mal einen Blick über unseren eigenen Wagen hinaus, denn auch das lohnt sich bei Most Wanted. Die Welt sieht wieder gewohnt gut aus, und mehr denn je wird das Fahrerlebnis durch Schmutz, Staub, Rauch, Funken, Spritzwasser, angebranntes Gummi und Blendeffekte spannend inszeniert. Letztere werden sogar so realistisch, dass es uns am späten Nachmittag teilweise komplett die Sicht raubt, wenn wir auf die tief stehende Sonne zufahren. Leider kann unser Alter Ego wohl nicht mit einer Sonnenbrille aufwarten.Das Schadensmodell ist ebenfalls gekonnt umgesetzt, und trotz anfangs recht häufiger Crashes inklusive dramatischer Kamerafahrten hält uns kein Crash wirklich lange von einem Rennen ab.

Besagte Crash-Animationen fangen zwar irgendwann leicht an zu stören, aber mit besseren Wagenteilen und etwas Eingewöhnung kann man Zusammenstöße ganz gut vermeiden. Um bei den Animationen zu bleiben, davon gibt es einige im neuen Most Wanted. Vor jedem Rennen wird eine individuelle Einleitungsfilmsequenz gezeigt. Bei denen haben die Entwickler einen erstaunlichen Ideenreichtum bewiesen, so gut wie jede Sequenz ist ein echtes Grafikfeuerwerk.

Wirkliche Kunst hat man dann mit den Einleitungssequenzen für die Most Wanted Rennen geschaffen: Hier werden Fahrzeuge aus einzelnen Partikeln in kunstvollen Bewegungen zusammengesetzt, aus nach und nach erleuchteten Militärbunkern herausgelassen oder in futuristischen Kristalllandschaften zur Schau gestellt. Diese Animationen verraten eine direkt rührende Liebe zur Maschine und zum Detail – absolut schön.

 

Das HUD zeigt sich in diesem Teil der Reihe eher reduziert. Das liegt daran, dass relevante Informationen nicht mehr „vor“ dem Spielgeschehen eingeblendet, sondern direkt ins Geschehen eingebaut werden. Wegpunkte werden als weißer Punkt direkt auf der Straße markiert. Darüber schwebt das Wort „Kontrollpunkt“ im Himmel, und zwar eingefügt in die Spielwelt, das heißt, vor Landschaftsteilen die weiter weg sind, und hinter Elementen, die zwischen Spielerfahrzeug und Checkpoint liegen. Weitere Informationen über das Rennen oder auch Autolog-Achievements werden uns von unseren Rücklichtern mitgeteilt.

Auf diese Weise wirken die HUD-Elemente viel dynamischer und weniger störend als in den Vorgängern. Die Musik wurde wie gewohnt gut ausgewählt und an die Rennsituationen angepasst. Auch die Motoren- und Crashsounds erscheinen sehr realistisch. Besonders eindrucksvoll sind die mit einem 5.1 Soundsystem.

Das Spielgefühl

Need For Speed war nie ansehnlicher, und auch nie simpler. Man kann sich voll auf die Rennen konzentrieren, alles andere wurde geschickt und angenehm darum herum angeordnet. Wir brauchen uns keine Sorgen mehr um Geld oder Upgrades zu machen. Nicht einmal welche Rennen wir noch fahren müssen wird uns vorgeschrieben. Jeder Wagen bietet stets im Schnellmenü ein paar nach Schwierigkeit geordnete Rennen an, mit denen wir Punkte und Wagenteile gewinnen können. Außerdem gibt es fast keine „guten“ und „schlechten“ Wagen mehr, alle Fahrzeuge sind in etwa gleichberechtigt. Dafür wurden die Rennen schwerer und abwechslungsreicher, wir müssen ins Gelände, die Polizei-KI ist intelligenter und unsere Gegner können mitunter ziemlich grob werden, was das realistische Schadensmodell nicht so schnell verzeiht. In Verbindung mit der genialen und fast Barrierefreien Welt und den künstlerischen Zwischensequenzen fügt sich Most Wanted zu einem absolut kurzweiligen Fahrspaß.


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