25.04.13 23:38
Von: Robin Stasiak

Test: Tesoro Durandal Ultimate (E-Sport Edition)

Das 2011 erst gegründete Unternehmen Tesoro bietet seit letztem Jahr seine Peripherie auch in Deutschland an. Besonders hochwertig sollen die Tastaturen sein. Mechanische Schalter und robustes Design von Gamern für Gamer. Ob Tesoro damit gegen die starke Konkurrenz ankommt, haben wir für Sie getestet.



Features: Das verspricht TESORO

Die Durandal E-Sport Edition kommt als mechanische Tastatur. Dabei wurden die MX-RED und MX-BLACK Schalter von Cherry verbaut. Die Tastatur bietet damit Full N-Key Rollover. Die Tasten sind zweifarbig beleuchtet. Der Nutzer kann sich fünf verschiedene Makro-Profile erstellen, die per Funktionstasten umgeschaltet werden können. Der Tastatur stehen 128KB Onboard-Speicher zur Verfügung. Im „Gaming Mode“ wird die Windows-Taste abgeschaltet, um versehentliches Drücken während des Spiels zu vermeiden. Ein 2 Port USB-Hub sowie Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikro finden sich im Rahmen. Die Tastatur wird mit abbaubarer Handauflage, gedruckter Anschluss- und Bedienungsanleitung sowie Treiber-CD geliefert.

 

Mechanische Tastaturen

Mechanische Tastaturen werden wegen ihrer hohen Vorteile gegenüber den herkömmlichen Rubberdometastaturen besonders im Gamingsegment geschätzt. Rubberdomes verwenden eine Matte auf der ein Raster aus Leitern angebracht ist. Jede Kreuzung ist mit einer Taste belegt. Wird diese gedrückt, werden zwei Leiter an ihrer Kreuzungsstelle verbunden, der fließende Strom wird als Tastendruck an der Stelle interpretiert. Das Verfahren ist günstig, hat aber auch mit Problemen wie dem Ghosting zu kämpfen.

Mechanische Tastaturen sind teurer, verfügen aber über einen mechanischen Tastschalter unter jeder einzelnen Taste. Dadurch werden verschiedene Fehler, die andere Tastaturen produzieren können vermieden, außerdem soll eine direktere Verarbeitung des Signals erreicht werden. Mechanische Schalter von Cherry, wie in unserem Testgerät verbaut, sind in verschiedenen, nach Farben geordneten Varianten erhältlich, die sich in Druckwiderstand und Lautstärke unterscheiden. Für nähere Informationen hierzu empfehlen wir den aufschlussreichen Artikel der Kollegen von  Tom’s Hardware.

Aufbau und Erscheinungsbild

Die Durandal E-Sport Edition sieht nach dem Auspacken erstaunlich schlicht aus für ein Produkt aus der Gaming-Sparte. Das mattschwarze Gehäuse ist aus Plastik und wurde so bearbeitet, dass es wie gebürstetes Aluminium wirkt. Der rechte Rand sowie die Handauflage sind mit dem charakteristischen Rautenblechmuster versehen. Die Statusanzeige rechts oben ist glänzend schwarz, die LEDs sind im ausgeschalteten Zustand fast unsichtbar. An der oberen Kante, direkt hinter den Status-LEDs, befindet sich der USB- und Headset-Hub. Uns stehen zwei USB-Anschlüsse und je ein Mikrofon und ein Kopfhöreranschluss zur Verfügung.

Dementsprechend ist das Anschlusskabel mit drei Steckern ausgestattet, der USB-Anschluss überträgt die Tastaturbefehle und versorgt den Hub, zwei Klinkenkabel leiten Mikro- und Kopfhörersignal weiter. Alle Kabel verlassen die Tastatur als ein dicker Strang, der durch ein wertig aussehendes Nylonsleeving geschützt wird. Auf den letzten 40 cm spaltet sich das Kabel in die drei Einzelstränge auf. Auch diese sind mit einem Nylongeflecht ummantelt. Insgesamt wirkt das dicke Kabel dadurch sehr stabil, Kabelbrüche sind wohl bei halbwegs vorsichtiger Behandlung recht unwahrscheinlich. Alle Stecker der E-Sport Edition wurden vergoldet.

Die Handauflage ist einfach anzustecken und abzumontieren und ist mit drei gummierten Füßen versehen. Sie kann sowohl mit flach liegender Tastatur, als auch mit ausgeklappten Tastaturfüßen problemlos verwendet werden. Gummifüße unter der Tastatur sowie Gummierungen an den Ausklappfüßen lassen die Durandal sehr rutschfest auf unserem Schreibtisch stehen.

Auffällig an der Durandal ist, dass sie nicht, wie viele Konkurrenzprodukte, zusätzliche Tasten aufweist. Alle speziellen Funktionen der Tastatur sowie die Multimediakeys sind als Zweitbelegung der F-Tasten 1-12 am oberen Tastaturrand untergebracht. Die Beleuchtungsregelung wurde auf die 8 („heller/pulsieren“) und die 2 („dunkler/aus“) des Ziffernblocks zweitbelegt. Eine „Fn“ Funktionstaste wie bei Notebooks gibt gedrückt gehalten Zugriff auf diese Funktionen. Die „Fn“-Taste ersetzt die rechte Windowstaste. Damit kommt das Gaming-Keyboard auf kompakte 46 cm Breite und 17cm Länge (mit Handballenauflage 21cm; gemessene Werte), was beim Packen der LAN-Party Tasche doch etwas mehr Raum lässt als andere Tastaturen dieser Preisklasse. Die Tasten selbst sind in demselben mattschwarz gehalten wie der Rahmen und die undurchsichtig weißen Tastenbeschriftungen lassen sich auch ohne Hintergrundbeleuchtung sehr gut erkennen. Die Anpassung der Beleuchtungsstufe ist allerdings Ingame eher schwierig, da „Fn“ gehalten und mit „2“ und „8“ auf dem Zifferblock geregelt werden muss. Die Hintergrundbeleuchtung ist zweifarbig, wobei weißes Licht für die Cherry MX-BLACK Schalter steht und rotes Licht für die leichtgängigeren MX-RED Schalter. Damit sind Buchstaben und Zahlen leichtgängiger und die Funktionen schwerer zu drücken, was offensichtlich bei der Vermeidung von Fehlern bei schnellem Tippen oder Spielen helfen soll. Ob das funktioniert sehen wir im Praxistest. 

Installation und Treiber

 

TrayIconDank beigelegter Anleitung im formschönen Büchlein und Treiber CD ist die Installation in wenigen Minuten geschafft. Neben Instruktionen zum korrekten an- und abstecken der Handauflage und zum Anschluss an den Rechner finden wir in der Anleitung auch einen Hinweis zum USB-Hub:

Der Hersteller empfiehlt, nur tragbare Geräte ohne großen Stromverbrauch anzuschließen.Externe Festplatten ohne eigene Stromversorgung beispielsweise werden also nicht offiziell unterstützt. Bei uns im Test waren die üblichen Schreibtischbewohner wie Maus, USB-Stick und Gaming-Headset mit USB-Stromversorgung kein Problem. Die mitgelieferte Software umfasst eine Oberfläche, mit der Tasten mit Funktionen oder Makros belegt werden können.

 

Alltagstest

Wenn man noch keine mechanische Tastatur unter den Fingern gehabt hat, ist das erstmal ein ungewöhnliches Gefühl. An die Durandal gewöhnt man sich allerdings sehr schnell. Die nicht-taktilen Cherry MX-RED Schalter erlauben sehr flüssiges, ermüdungsarmes Schreiben. Zwar konnten wir im Test nicht signifikant weniger Rechtschreibfehler als bei einer Rubberdome-Tastatur (mit low-profile Tasten) feststellen, jedoch ist das Schreibgefühl auf dem mechanischen Board sehr viel angenehmer.

Auch das Tastengeräusch der vergleichsweise leisen nicht-taktilen Schalter lässt die Tastatur wertiger und robuster klingen als eine Rubberdome. Dennoch ist sie gerade beim schnellen Tippen von Texten merklich lauter als herkömmliche Tastaturen. Inwiefern den Einzelnen das charakteristische klickern der Mechanik zusagt oder nicht, sei jedem selbst überlassen. Wir jedoch empfanden das als sehr angenehme Geräuschkulisse.

Als Bürotastatur wird sich die Durandal wohl ob ihres Preises nicht durchsetzen, einige der Features wie das robuste Design und besonders die zwei USB-Anschlüsse erwiesen sich aber als nützlich auf dem Schreibtisch, gerade dann, wenn der Rechner nicht über Frontsteckplätze für USB und Klinken verfügt.

 

Der Makro-Editor

MakroEditorDie Software kann über das Tray-Icon unten rechts in der Taskleiste gestartet werden. Hier lassen sich in jedem der fünf Profile zehn Tasten individuell mit Funktionen oder Makros belegen. Dafür klickt man auf einen der Makrobuttons („M1“-„M10“) und dann auf eine Taste der im Fenster darüber dargestellten Tastatur.
Jetzt kann man eine beliebige Aktion zuweisen. Neben verschiedenen Standardfunktionen wie Kopieren, Einfügen, Rückgängig und Suche steht uns hier der Makro-Editor zur Verfügung.

Wurde einer Taste etwas Neues zugewiesen muss per „übernehmen“ oder „OK“ die Änderung gesichert werden (wobei OK nach dem Speichervorgang das Programm schließt). Danach führt die Taste nur noch den neuen Befehl aus. Sollte also noch mit der Tastatur geschrieben werden, empfiehlt es sich, immer ein Profil mit der Standardbelegung übrig zulassen. Es fällt hier schon die uneinheitliche Umsetzung auf: Einige Funktionen sind Deutsch, andere Englisch betitelt; Manche Worte fett gedruckt, andere klein geschrieben. Dabei sind die deutschen Übersetzungen an einigen Stellen sehr schwach.

Die Taste, die uns die Möglichkeit gibt, die Tastatur wieder in ihren Ursprungszustand zurückzuversetzen ist lediglich mit „rücksetzen“ beschriftet, das englische „save“, womit die „Speichern“-Funktion beispielsweise von Dokumenten gemeint ist, heißt hier „SPAREN“. Auch der Makroeditor gibt uns nur „LOAD“ und „SPAREN“, um unsere Makros zu verwalten. Der Editor glänzt auch sonst nicht mit einheitlicher Beschriftung. Deutsch und Englisch werden hier bunt gemischt, groß und klein ebenfalls.

MakroEditor2Sinnvoll angelegt ist er allerdings schon. Mit wenigen Klicks haben wir ein gut funktionierendes Makro aufgenommen. „RECORD“ und „STOP“ steuern die Aufnahme, eine Standardverzögerung kann unter „DELAY“ eingestellt werden. In einem Fenster werden die gedrückten Tasten sowie die Dauer des Drucks und Halten bzw. Loslassen angezeigt.

So kann man sein Makro noch einmal überprüfen, im Nachhinein Reihenfolge oder Dauer zu ändern ist nicht möglich. Im Untermenü „REPEAT“ können wir zwischen 3 Modi wählen: Dem einmaligen Ausführen des Makros beim Tastendruck, einer Endlosschleife solange wir gedrückt halten oder einer Endlosschleife bis zum Druck der nächsten Taste. Sind alle Einstellungen gemacht wird wieder per „SPAREN“ abgespeichert.

 

Gaming-Test

Im Spiel macht die Durandal E-Sport Edition eine gute Figur. Im Gaming-Mode mit abgeschalteter Windows Taste lässt es sich super spielen, die Hintergrundbeleuchtung bietet in dunklen Umgebungen sowohl Orientierung als auch Atmosphäre. Wunderbar atmosphärisch ist auch die pulsierende Lichteinstellung; Die verursachte bei uns im Test allerdings einen nervigen Fehler. Haben wir ein Headset oder Mikrofon an den eingebauten Steckern der Tastatur angeschlossen, hören unsere Mitstreiter im Voicechat (zum Beispiel über Skype oder die eingebaute Funktion von Steam) einen nervigen hohen Pfeifton. Offenbar hat hier die pulsierende Beleuchtung Einfluss auf das Mikrofonsignal. Wir mussten diese Beleuchtungsoption also abgeschaltet lassen, um unsere Gesprächspartner nicht zu vergraulen. Schade.

MakroEditor3Ansonsten konnten wir die Tastatur anstandslos zum Spielen verwenden. Die Tasten zeigen sich griffig und durch ihre matte Oberfläche wenig schweißfördernd, die Handballenauflage hat einen angenehmen Neigungswinkel. Die im Vergleich zu low-profile Lösungen recht hohen Tasten sind durch den steileren Winkel zwischen Seitenwand und Druckfläche recht kantig und fühlen sich bei langem aufliegen der Finger oder längerem durchhämmern einer Ecke oder Kante einer Taste unangenehm an. Die Leertaste allerdings hat sehr weiche, abgerundete Ecken und Kanten, es wird sich also niemand Druckstellen beim Doppelsprung holen.

Zur Reaktion lässt sich sagen, dass der Kontaktpunkt der verwendeten mechanischen Schalter recht hoch liegt und somit auch bei leichtem Druck zügig und zuverlässig reagiert. Im Gegensatz zu taktilen Schaltern lassen sich mit den Red und Black auch schnelle Dopplanschläge durchführen, ohne dass die Tasten zurückrasten müssen. Die Tastatur eignet sich also auch für völlige Mechanik-Neulinge ohne Eingewöhnungszeit sehr gut zum Spielen.

Fazit

Mit der TESORO Durandal Ultimate Backlit Mechanical Gaming Keyboard (E-Sport Edition) bekommt man eine gut durchdachte und wertig verarbeitete Gamer-Tastatur. Die Software ist einfach zu handhaben, die Tastatur schnell betriebsbereit und zuverlässig. Kleine Fehler wie die mit dem Mikrofonanschluss interferierende Beleuchtungsdimmung und die schlecht übersetze Benutzeroberfläche trüben das Bild, gerade bei dem doch nicht niedrigen Preis. Wer mit diesen Makeln leben kann hat allerdings eine gute Anschaffung gemacht, die in Sachen Haltbarkeit und Spieltauglichkeit definitiv konkurrenzfähig ist. Wir können das Keyboard empfehlen.


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