Von: Florian Helff
09.01.10 19:52

Test: Roccat Kone

Die Roccat "Kone" (finnisch: Maschine) der noch recht jungen Hamburger Firma, ist ein Alternativprodukt zu bisherigen Größen wie Logitech, Razer und Microsoft. Doch ist die Gaming-Maus auch so gut, wie sie gehandelt wird, oder trügt der Schein der Maus, die bis jetzt schon mehrere gute Bewertungen erhalten hat?




Ersteindruck

Schon die Verpackung der Maus sticht im Dschungel der Verkaufsregale hervor. Die Verpackung ist sehr stabil und besitzt ein integriertes aufklappbares Sichtfenster, welches durch einen Magnetverschluss wieder geschlossen werden kann. Hinter dem Sichtfenster befindet sich die Maus, die durch eine Plastikschicht geschützt ist. Diese ist der Maus so angepasst, dass man in einem gewissen Maße schon durch die Verpackung eine Hand an die Maus anlegen kann. Auffällig ist, dass fast die gesamte Beschriftung der Verpackung in Englisch verfasst ist, welche sich jedoch schon mit geringen Englischkenntnissen lesen lässt.

 

Technische Daten:

  • Laser-Sensor mit echten 3200 dpi
  • TCU - Tracking Control Unit
  • 1 ms Reaktionszeit; 1000 Hz Polling-Rate
  • 16-bit Datenkanal; 7080 fps; 6,4 Megapixel, 20G Beschleunigung
  • 72 MHz TurboCore Prozessor
  • 128 kB Speicher, update- und flashfähig
  • 1.65 m/s(65 ips – inch per second)
  • Langes USB-Kabel, Kabeldurchmesser: 3 mm
  • Maße (BxH): maximal 13 x 6,5 cm
  • Gewicht: 118 Gramm (+ 4 Gewichte: 5, 10, 15 und 20g)

 

Lieferumfang:

  • Roccat „Kone“ Gaming Maus
  • FastClip Weight Kit (4 Gewichte) in einer Hartschale
  • Inari Case Mission Book mit ID-Karte
  • ROCCAT Treiber-CD
  • Schnellstartanleitung

 

 

Die Maus im Detail:

 

Insgesamt wirkt die Maus recht groß und ist daher vorwiegend für mittelgroße bis große Hände geeignet. Ohne Anschluss an den PC und durch ihr komplett schwarz gehaltenes Aussehen, wirkt die sehr gut verarbeitete Maus eher schlicht und zurückhaltend. Doch sobald sie an den PC angeschlossen wird, zeigt sie ihr „wahres Gesicht“ und erstrahlt in ihrer ganzen Pracht. Durch das beleuchtete Firmenlogo auf der Rückseite und die zwei leuchtenden Hochglanzleisten seitlich der Maus, wird sie zu einem echten Hingucker auf dem Schreibtisch, der jeden Blick auf sich zieht. Die für Rechtshänder konzipierte Maus wirkt „sportlich“. Sie passt sich sehr geschmeidig der Hand an und hat eine sehr angenehm weiche Oberfläche. Auf der Oberseite befinden sich neben dem 4-Wege-Mausrad noch drei weitere Buttons. Zwei der Buttons, welche mit „+“ und „-“ gekennzeichnet sind, regeln die Skalierung der DPI Anzahl des Sensors, welcher sich in sechs Stufen von 800 bis 3200 regulieren lässt. Der dritte Button ist mit der Standartformatierung der Windowstaste gleich zu setzen. An der linken Seite der Maus befinden sich oberhalb der ausgeprägten und angenehmen Daumenablage die handelsüblichen Browsertasten für „Vor“ und „Zurück“. Insgesamt lassen sich sämtliche Maustasten angenehm und benutzerfreundlich programmieren, ausgenommen die linke und rechte an der oberen Seite gelegene Taste.

Auf der Unterseite der Maus befinden sich der Sensor, das Fach für das einsetzbare Gewicht, vier Gleitstreifen und das Paradestück der Roccat „Kone“: die TCU (Tracking Control Unit).

In das Gewichtsfach können die vier mitgelieferten Gewichte von fünf, zehn, 15 und 20 Gramm eingesetzt werden. Es lässt sich jedoch nur jeweils ein Gewicht einsetzen, sodass die Maus sich mit einem Maximalgewicht von 138g noch in die Kategorie der leichteren Mäuse einordnen lässt. Die Halterung des Gewichts gibt schon bei geringem Druck nach, sodass bei etwas härterem oder schrägem aufsetzen der Maus das Gewicht aus der Halterung fallen kann. Für das normale Entfernen des Gewichts befindet sich neben dem Fach ein Knopf, der durch Drücken die Halterung löst.

Die TCU befindet sich am oberen Ende der Unterseite. Ein kleines unscheinbares Fenster regelt die Optimierung des Sensors mit der Oberfläche, auf der die Maus geführt wird. Durch den mitgelieferten Treiber kalibriert die TCU den Sensor auf die Oberfläche. Dies wird sehr deutlich, wenn man versucht sie über eine Oberfläche zu führen, auf die sie nicht eingestellt ist. Die,auf ein Mauspad kalibrierte Maus wird bei der Nutzung auf der bloßen Tischplatte zu einer echten Tortur, da sie manchmal stockt oder Sprünge macht. Roccat ist mit ihrer TCU ein echter Coup gelungen.

 

Der Treiber:

 

Der mitgelieferte Treiber ist sehr umfangreich, komplex und ausschließlich in Englisch verfasst. Er bietet Kontrolle über alle Funktionen der Maus.

Wie in der Produktbeschreibung des Herstellers beschrieben, sind die Treiber unter Windows XP und Vista voll funktionsfähig und laufen ohne Probleme. Auch ohne Angaben des Herstellers kann Windows 7 die Maus per Treiber empfangen. Für Benutzer von Mac ist sie jedoch weniger geeignet, da sie als Tastatur anerkannt ist, und so Komplikationen mit dem Treiber auftreten.

 

Der Treiber gliedert sich in sechs Bereiche:

  • Main Control
  • Color Control
  • Advanced Settings
  • Update
  • Help/Support
  • Game Profiles

 

Wie der Name schon vermuten lässt, lassen sich mit dem Main Control die wichtigsten Einstellungen der Maus ändern. Hierzu gehören Sensibilität, DPI-Wert, Mausradgeschwindigkeit,  Tastenbelegung und Doppelklickgeschwindigkeit.

Jedes dieser Elemente kann individuell verändert werden und lässt sich meist sehr kleinschrittig verstellen.

Das leicht bedienbare Color Control ist für die Einstellung der Beleuchtung zuständig. Aus einer Farbpalette von 38 Farben lassen sich Farben für die 5 Beleuchtungspunkte der Maus auswählen, sodass sich eine Vielfalt an Farbkombinationen ergibt. Zudem kann auch eine zufällige Beleuchtung ausgewählt werden. Wäre dies nicht schon genug, lässt sich die Beleuchtung auch mit Pulseffekten und mit farbändernden Funktionen je nach Belieben anpassen.

Die "Advanced Settings" bilden den größten Unterschied zu den bisherigen High-End Mäusen. Während das "Main-" und "Cölor Control" Menü nicht selten bei diesen Mäusen vorkommen, geben die "Advanced Settings" die volle Kontrolle über die Maus. Angefangen bei der Polling Rate über die Mausbeschleunigung, bis hin zu getrennten Sensibilitäten und der Kalibrierung der TCU, umfasst dieser Teil des Treibers alles, was das Herz des Benutzers begehrt. Auch ein Reset aller Einstellung ist hier vorhanden.

Die beiden Menüpunkte "Update" und "Help/Support" stellen jeweils eine Verbindung zum Onlinedienst von Roccat auf roccat.org her. Sie überprüfen, ob für die aktuelle Treiberversion ein Update zur Verfügung steht.

Das "Game Profile" Menü erlaubt dem Benutzer einzelne Profile zu erstellen und Makros zu programmieren. Diese lassen sich auf die Millisekunde genau einstellen und auf die programmierbaren Tasten legen. Je nach Länge des Makros speichert der Treiber sie auf dem 128kb großen internen Speicher oder auf der Festplatte, worauf in einem Warnhinweis beim Speichern des Makros hingewiesen wird.

 

Praxiserfahrung:

Aufgrund der verstellbaren DPI-Eigenschaft der Maus lässt sie sich auch im Windows- & Office-Bereich sehr gut einsetzen. Zudem sorgen die ergonomische Form, die ausgeprägte Daumenablage und die sehr weiche und griffige Oberfläche für ein angenehmes Handgefühl, welches auch über eine längere Arbeitszeit nicht gemindert wird. Besonders im Bereich der Foto- und Bildbearbeitung ist die Maus aufgrund der hohen DPI-Zahl des Sensors für genaues und exaktes Arbeiten geeignet.

Die Hauptdisziplin der Maus ist aber das Spiel, für die sie ausgelegt worden ist. Sei es ihre Reaktionsschnelligkeit für Shooter, ihre Makro-Eigenschaften für Strategie und Rollenspiele oder ihr angenehmes Handgefühl; die Maus macht in jeder Situation einen guten Eindruck.

 

Fazit:

Die Maus ist ein Top-Produkt mit nur noch sehr kleinen Mängeln. Sie kann es in jeder Hinsicht mit dem Konkurrenzprodukten von Razer, Microsoft und Logitech aufnehmen und liegt im Preis deutlich unter ihnen. Das Preis/Leistung-Verhältnis ist mehr als gut und so hat sich die Roccat „Kone“ die PC-Luchs Empfehlung redlich verdient. Man darf auf die nächsten Produkte von Roccat gespannt sein.

 

 


 

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