Von: David Hinkel
20.07.10 02:25

Test: Alpha Protocol

Viele Wege und Möglichkeiten werden uns von Entwickler Obsidian versprochen. Doch kann das "Spionage-RPG" sich gegen seine großen Vorbilder behaupten?




Soeben wurde ein Passagierflugzeug mit einer hochmodernen Rakete von einer Organisation namens Al-Samad abgeschossen und schnell stellt sich die Frage, woher bekommen Terroristen eine so neuartige Waffe?

Wir sind Michael Thorten. Unsere Geschichte beginnt mit einem Rückblick. Drei Monate vor dem Anschlag erwachen wir bei einer geheimen Organisation namens Alpha Protocol. Es gibt eine Menge Fragen und schnell merken wir, dass wir aufpassen müssen, wem wir trauen können.

Die anfangs noch glaubhaft einfach zu durchschauende Geschichte entwickelt sich rasant zu einem interessanten Wirrwarr vieler Intrigen von verschiedenen Geheimorganisationen.

Aufgewacht Mr Thorten

Kaum sind wir erwacht, müssen wir uns nur mit einem Kittel bekleidet in Third-Person-Perspektive gegen Sicherheitsmänner durchsetzten und bekommen dabei über einen Kommunikator von einer gewissen Mina Unterstützung. Die gute englische Sprachausgabe kann zwar überzeugen, jedoch egal, ob man sich für eine aggressive, zurückhaltende oder z.B. professionelle Reaktion entscheidet, wirkt unser Held matt und ein wenig zu cool. Allerdings ist die Reaktion alles andere als gleichgültig, je nach Verhalten ändert sich auch die Beziehung zu den Charakteren, und es können sich sogar sexuelle Möglichkeiten ergeben. Als enttäuschend erweist sich, dass die Dialogmöglichkeiten nicht immer ganz durchschaubar sind und es den Dialogen selbst an Tiefgang und Emotionen fehlt. Die Wahl der Reaktionen ist bedauerlicherweise zeitlich begrenzt und durch verschiedene Charakterentwicklungen bekommen wir zwar Vor- und und Nachteile bei unseren Missionen, aber keine besonderen als die üblichen Möglichkeiten auf unser Gegenüber einzugehen, es sei denn, wir erreichen eine bestimmte Beziehungsstufe, da nicht wie bei Mass Effect sich unsere Reaktionen auf eine Art Moralstufe niederschlagen, sondern direkt auf die Handlung und die Beziehungen zu den Charakteren. Positiv bleibt dennoch, dass je nach dem wie man sich entscheidet, es wirkliche Auswirkungen auf die Story und den Spielverlauf hat. So kann eine bestimmte Entscheidung immer wieder Konsequenzen oder eine Bemerkung nach sich ziehen.


Kleine Gimmicks wie eine Nachrichtensendung komplett ansehen, 50 Feinde lautlos ausschalten oder jemanden in einem Gespräch verwirren, verschaffen mir immer wieder Boni, Vorteile und Erfahrung.

Die Freiheit zu Entscheiden

Das Spiel offenbart uns sehr viele Freiheiten. Moralisches Handeln ist nicht Zwang und so liegt die Entscheidung über Tod oder Leben bei uns. Ob wir jemandem ein wenig verspotten, ihn direkt mit der Wahrheit konfrontieren oder seinen Kopf auf den Bartresen hämmern, bevor wir zu Wort kommen, liegt es ganz bei uns und nur weil ich zu dem einem freundlich bin, heißt dies nicht, dass ich gegenüber dem anderen nicht aggressiv vorgehen kann und so kann ich mich ganz individuell auf jeden einstellen.

Zusätzlich zu den Dialogen gibt es ein E-Mail-System, das uns mit Hintergrundinformationen und einigen wenigen wie im Dialog-System beantwortbaren E-Mails versorgt. Die große Entscheidungsfreiheit spornt zum Ausprobieren an, verliert allerdings mit der Zeit an Spannung.


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