Von: David Hinkel
20.07.10 02:25

Test: Alpha Protocol





Wie für ein Rollenspiel üblich können auch bei Alpha Protocol verschiedene Klassen und Spezialisierungen gewählt werden. Man kann einen völlig individuellen Charakter schaffen. Optisch werden uns leider nur sehr wenige Auswahlmöglichkeiten geboten, bis auf ein paar Mützen und verschiedene Bärte und Brillen ändert sich das Aussehen nämlich je nach angelegter Ausrüstung. Die Wahl der Fähigkeiten fällt da schon umfangreicher aus: Soldat, Agent, Techniker, Söldner oder ganz individuell als Rekrut kann man aus insgesamt neun Fähigkeiten auswählen. Dabei lässt sich jede Begabung um 15 Stufen ausbauen, während zwischendurch neue Talente freigeschaltet werden. Als Rekrut hat man es am schwersten, da wir mit Null Erfahrungspunkten starten. Bei drei wählbaren Schwierigkeitsgraden sollte niemand Probleme haben ins Spiel zu finden. Nach einiger Zeit erreicht man zudem eine Spezialisierungsstufe, bei der man die Möglichkeit bekommt, alle Fähigkeiten noch einmal zu überarbeiten oder eine weitere Spezialisierung wie Spion, Kommandeur oder Ingenieur zu wählen.

Leider haben fast alle Fähigkeiten nur etwas mit Schaden oder Gesundheit zu tun, so bekommen wir bei einem Aufstieg zwar mehr Lebenspunkte, Schaden etc.. Jedoch bekommt man z.B. nur bei den Pistolen eine Art Bullet-Time und allgemein können die mit der Zeit angelernten Talente wie eine Zeitlang automatisches Anvisieren oder die Möglichkeit eines Anvisieren mehrerer Feinde nur wenig überzeugen. Punkten können eher subtile Fähigkeiten wie die Tarnung, so kann man später z.B. lautlos laufen oder sich für eine gewisse Zeit unsichtbar machen.

Auf die Ausrüstung kommt es an

Kleine Gadgets bieten uns die Möglichkeit zur Sabotage. So kann man elektrische Geräte außer Kraft setzen oder bekommt EP für das Knacken von Schlössern und das Hacken von Computern, oder man schleicht dank binärer Unsichtbarkeit ganz unbemerkt an Kameras und Selbstschussanlagen vorbei. Wobei man auch anmerken muss, dass die Fähigkeiten viel aktiver ins Gewicht fallen als bei anderen Spielen. Oft hängt ein Kopfschuss oder das Gesehenwerden von der Einschätzung des Spielers ab. Bei Alpha Protocol ist es jedoch so, dass wenn ich mein Sturmgewehrtalent nur sehr niedrig ausgebaut habe ich auch nur sehr unpräzise schießen bzw. treffen kann oder wenn ich keinen Kampfsport beherrsche ich auch nur sehr schwache Schläge austeile.

Was man genau tut und welchen Weg man wählt, bleibt ganz dem Spieler überlassen. Wobei die Rolle des Sam Fisher hier wesentlich anspruchsvoller und interessanter ist das sie mehr Erfahrungen und Boni einbringt. Ein stupides Durchballern ist zwar auch möglich, verliert jedoch schnell seinen Reiz und ist wenig interessant.

Das Spiel ist auch sehr individuell was Waffen-Upgrades und die Modifizierbarkeit der Ausrüstung angeht. Vom Lauf bis zum Schaft haben wir die Chance fast alles zu modifizieren und zu verbessern. Sogar die verschiedenen erwerbbaren Grundpanzerungen lassen sich noch einmal ganz individuell anpassen.

Je weiter wir im Spiel sind, bekommen wir die Möglichkeit immer neuere Waffen und Upgrades zu kaufen oder diese in den Leveln zu finden. Zusätzlich zu seinem Arsenal hat man ebenfalls die Möglichkeit Informationen zu kaufen, die in direkten Zusammenhang mit der Mission stehen. Es ist sogar möglich ein Karte, die Platzierung eines Scharfschützengewehrs oder die Unterstützung einer Spezialeinheit zu erwerben.

Schwache KI, Schlechte Steuerung

Das Verhalten der Wachen ist in drei Stufen unterteilt. Jedoch sobald man den Alarm auslöst, wird man zwar gesucht, sobald ich aber alle Gegner eliminiert habe, kommen keine neuen Gegner nach und der andauernde Alarm wirkt sinnlos. Ich kann aber auch versuchen, einen Alarm zu vermeiden und mit Täuschung und Agententalent die Gegner zu umgehen und zu verwirren und ohne zu töten, meine Gegner bewusstlos zu schlagen oder die Betäubungspistole benutzen.

Das Deckungssystem ähnelt dem des neuen Splinter Cells. Nur ist bei Alpha Protocol dieses so unausgereift und schlecht, so dass ich es vorziehe einfach nur geduckt zu bleiben als mich an eine Wand anzulehnen. Simple Aktionen wie das Hechten in eine neue Postion funktionieren nicht oder sind gar nicht erst möglich, und überhaupt ist unser Held lange nicht so akrobatisch veranlagt wie seine Vorbilder. Selbst einfachste Aktionen wie eine Anhöhe herunterklettern sind nur an bestimmten markierten Punkten ausführbar.

Wie für ein gutes Third-Person-RPG üblich bereichert uns auch Alpha Protocol mit kleinen Minispielen wie das Schlösser knacken, Computer hacken oder Schaltkreise überwinden. Auch hier können die dazu nötigen Fähigkeiten verbessert und durch Ausrüstung ein Vorteil verschafft werden. Jedoch hapert es manchmal, die Maus reagiert zu langsam oder wenn man gerade im Minispiel ist, friert die Umgebung leider nicht ein, sondern man wird unter Beschuss genommen und bekommt die volle Ladung ab, ohne schnell reagieren zu können.


Weitere Testberichte