Von: David Hinkel
20.07.10 02:25

Test: Alpha Protocol




Viele, langweilige Landschaften

Alpha Protocol führt uns in insgesamt fünf verschiedene Länder: Saudi-Arabien, Taiwan, Italien, Russland und Griechenland. In jedem Land besitzen wir ein Hauptquartier, von welchem aus wir unsere Ausrüstung managen und neue über einen Online-Schwarzmarkt kaufen können. Auch können wir unser Alter Ego beliebig verändern. Zudem gibt es innerhalb des HQ immer wieder Einsatzbesprechungen etc., die wichtig für den Spielverlauf sind.

Die Möglichkeit über eine Karte selber zu entscheiden, welcher Mission oder welchem Auftrag man als nächstes nachgehen möchte, bietet zusätzliche Freiheit, so dass man das Gefühl bekommt, noch zahlreiche Entdeckungen machen zu können.

Bei jedem Auftrag werden wir von einem Operator unterstützt und je nachdem wie unser Verhältnis zu diesem ist, erhalten wir sogar einen Bonus wie bessere Ausdauer

Konsequenzen
Die Konsequenzen aus all den verschiedenen Gesprächen und Dialogen machen sich immer mehr deutlich und die Freiheit zu entscheiden welchen Weg man wählt weckt immer wieder neue Neugier, da der direkte Einfluss den wir auf unsere Umgebung auswirken steht stets zu einem guten Verhältnis mit der Aktion und selbst wenn wir mal keine Lust auf ein Gespräch haben können wir diese Abschnittsweise vor spulen.

Die Bosskämpfe zum Ende mancher Level können leider eher wenig punkten, da sie oft immer nach dem gleichen Schema verlaufen. Es gilt einfach nur eine lange Lebenspunkteleiste herunter zu kämpfen und leider muss man auch immer nur wieder aus anderen Spielen bekannte Stereotype bekämpfen.

Technisch ein Flopp

Technisch macht das Spiel lange nicht den zeitgemäßen Eindruck wie seine Vorbilder. Die Vielfalt der gezeigten Kulissen ist zwar groß und manchmal gut inszeniert, doch die emotionslose Mimik der Figuren wirkt sehr unnatürlich, allerdings können die guten Augenbewegungen und die Sprachausgabe einiges retten.

Sobald es jedoch ins Detail geht, kann Alpha Protocol leider nicht mehr begeistern. Alles wirkt etwas zu steril, sauber und durchschnittlich. Grafisch kann es lange nicht mit dem heutigen Standard von Metal Gear Soild oder Mass Effect mithalten.

Sehr bedauerlich ist auch, dass die Kamera immer mal wieder gerne flimmert oder sich komplett verdreht und ruckartig herumspringt. Wenn es nicht sogar unser Held selber ist, der irgendwo in der Luft hängt.

Die komplette Bedienung der Benutzeroberfläche ist grauenhaft. Oft ist die Tastenbelegung total verwirrend und umständlich, unverständlich belegt und reagiert total langsam. Viele Menüpunkte führen total in die Irre - nur wer weiß, wie und wohin er muss, kommt vorwärts.

Fazit

Alpha Protocol ist auf den ersten Blick sehr interessant und kann durch viele Kleinigkeiten und Gimmicks punkten. Technisch steht es aber in keinem Vergleich mit anderen Spielen und kann hier auf keinen Fall überzeugen. Das Dialog-System und die allgemeine Steuerung sind in der Handhabung zwar stark zu kritisieren, aber die große Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit mit all ihren Konsequenzen bietet immer wieder neue Anreize, das leider aber nur bei einer eher schwachen Kulisse und einigen technischen Problemen und nervigen KI-Aussetzern. Abschließend kann man sagen, dass Alpha Protocol zwar ein netter Zeitvertreib nebenbei ist, aber absolut kein Spiel, welches im besonderen Maße auffällt.


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