Von: Melvin Prasse
01.03.10 14:07

Test: Bioshock 2

"Bioshock" - Das große RPG-Shooter-Spektakel geht in die zweite Runde und vereint erneut Rollenspielelemente mit packender Shooter-Action. Doch die Storyline aus Teil 1 war bereits abgeschlossen und Raptures größte Geheimnisse enthüllt - was also vermag uns "Bioshock 2" noch neues zu bieten? Ob die Fortsetzung des hoch gelobten Spiels von 2K den diesmal sicherlich noch höheren Anforderungen gerecht wurde oder ob man einmal mehr das Klischee bedient, dass Fortsetzungen sich nicht mit der Qualität des Vorgängers messen können, wird sich nun herausstellen.




"Somewhere beyond the see"

Wie wäre wohl ein Leben ohne weltliche Gesetze? Ohne Vorschriften, ohne Zwang zu moralischen Bedenken? Ein Leben einfach der Nase nach, in der man seine Fantasie ohne jegliche Einschränkungen voll ausleben kann?  Ein Ort für Freidenker, an dem der Erfolg des Einzelnen nicht durch unfähige kleine Fische gebremst wird.
Mitten im Atlantik, tief unten auf dem Meeresgrund, erschuf Andrew Ryan einen Ort, an dem all dies ermöglicht werden sollte. Ein Ort, der nur gefunden werden konnte, wenn er gefunden werden wollte. Fernab jeglicher Gesetze und Einschränkungen erschuf er eine Stadt ganz nach seinem Geschmack: "Rapture"

Zunächst verlief alles so, wie er es sich erhofft hatte. Raptures Bewohner waren glücklich – und Andrew Ryan war es auch.

Doch nach einiger Zeit änderte sich etwas ganz entschieden. Ein Element kam hinzu, das in dieser Form wohl noch niemand zu Gesicht bekommen hatte. Wissenschaftler stellten fest, dass in der Region um Rapture eine Art von Seeschnecken lebte, die ADAM produziert. Dieses konnte dazu verwendet werden, um sogenannte Plasmide herzustellen, welche wiederum genverändernde Wirkungen auf Menschen hatten. Wurde also ein solches Plasmid injiziert, konnte man beispielsweise Feuerbälle werfen oder Mitmenschen in Eisblöcke verwandeln – es gab die unterschiedlichsten Auswirkungen. Allerdings hatten sie einen großen Nachteil: Alle Benutzer von Plasmiden wurden stark abhängig. So wurden Plasmide immer mehr zu einer Droge und trieb ihre Anwender in den Wahnsinn. Die Bewohner Raptures injizierten sich immer und immer mehr, verfielen immer tiefer dem Wahnsinn. Diese sogenannten Splicer durchstreiften fortan Rapture, bereit alles und jeden zu töten auf der Suche nach dem einzigen Mittel, das ihren Durst stillen konnte: ADAM.

So musste Andrew Ryan mit ansehen, dass das, was einst so groß von ihm geplant war, sich schnell zum Gegenteil entwickelte und drohte, sich selbst zu zerstören.

 

"Sieh mal Mr.Bubbles, ein Engel"

 

ADAM war leider nur in begrenzten Mengen zu beschaffen und war daher umso kostbarer. War es erst einmal im Körper einer Person, war es nun für andere unzugänglich und somit verloren. Aus diesem Grund wurden unmittelbar nach der Entdeckung von ADAM die Little Sisters entwickelt: Kleine unschuldige Mädchen, denen die besagte ADAM-Schnecke eingepflanzt wurde. Als Folge dessen waren die Little Sisters nicht nur in der Lage, ADAM von Leichen wieder einzusammeln und zu speichern, sondern sogar selbst ADAM zu produzieren. Verständlicherweise bekamen Splicer daher ein ungemeines Interesse an ihnen. Also gab man den Little Sisters einen Begleiter an die Hand: Ehemalige Taucher, ehemals bestimmt zum Bau von Rapture, funktionierte man um, programmierte sie genetisch darauf, eine Little Sister um jeden Preis zu beschützen, auch wenn das ihr eigenes Leben kosten sollte.

In Rapture, das einst ein strahlender Ort war, fand man nunmehr nichts vor als heruntergekommene und verwüstete Wohngebiete voller Splicer, Little Sisters und ihren Beschützern, den sogenannten "Big Daddys". Nur einige wenige widerstanden den Süchten von ADAM und blieben bei Verstand – zumindest teilweise...

Unter Raptures Bewohnern gab es ein paar Leute, die Andrew Ryans Ansichten nicht vollends vertraten. Als Folge dessen wendeten sie sich gegen ihn und es entstanden Unruhen. Als einer dieser Gegner, hatte auch Sofia Lamb ihre eigenen Ziele für Rapture, doch als die Konflikte mit Andrew Ryan andauerten, tauchte sie unter. Jetzt wo Ryan tot und Rapture vollends im Chaos versunken ist, hat sie die Kontrolle der Stadt übernommen.

 

"Sie ist nicht deine Tochter! Verstehst du, was ich sage?"

 

Du erwachst. Was ist passiert? Wo bin ich? Du schaust dich um. Im Spiegelbild in der Pfütze unter dir entdeckst du einen Big Daddy. Aber wo ist deine Little Sister? Einige Bilder schießen dir durch den Kopf. Plötzlich erinnerst du dich...

Zehn Jahre zuvor: Du kniest vor einer Frau. An ihrer Hand der Mensch, der dir am meisten bedeutet - deine Little Sister. Die Frau reicht dir eine Pistole. Irgendwie kontrolliert sie dich. "Halt dir die Pistole an den Kopf!", du gehorchst, "Feuer!" und alles verschwimmt.

Du erwachst aus deinem Tagtraum. Diese Frau hat dir deine Little Sister genommen. Augenblicklich hast du ein Ziel vor Augen und machst dich auf den Weg.

Sofia Lamb gibt sich dem Protagonisten frühzeitig als Erzfeind zu erkennen, ebenso als diejenige, die seine Little Sister entführt hat.

Der Spieler schlüpft nun in die Rolle des Big Daddys und macht sich auf die Suche, um seine Little Sister aus den Fängen von Lamb zu befreien. Doch wie immer ist in Rapture zunächst nichts so, wie es scheint. Die Frage nach seiner Vergangenheit brennt ihm ständig auf der Zunge. Wie konnte er die letzten zehn Jahre überleben und was hat Lamb mit seiner Little Sister vor? Der Weg durch die Unterwasserstadt entwickelt sich mehr und mehr nicht nur zu einem Kampf ums Überleben, sondern einer Suche nach Antworten.

 

Wie auch im ersten Teil von Bioshock ist es nicht nur die Storyline, die den Spieler fesselt, sondern ebenso die zahlreichen Hintergrundinformationen über das Leben und Leiden der Bewohner Raptures, die man während des Spiels hier und da aufschnappt und den Spieler immer wieder aufs neue fasziniert vorantreiben.


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