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Von: Melvin Prasse
30.11.09 14:19

Testbericht: Borderlands

"2K Games", Entwickler des allseitsbekannten PC-Spiels "Bioshock", hat zusammen mit Entwicklungsunternehmen "Gearbox Software" ein weiteres PC-Spiel á la Story-Shooter auf den Markt gebracht. Ihre neueste Entwicklung soll die typischen Elemente eines Rollenspiels mit denen eines Shooters kombinieren – heraus kommt ein sogenannter RPG-Shooter names "Borderlands".


Story

Pandora – ein kaum besiedelter kleiner Planet, in dessen Einöde die Gesetze mit Blei geregelt werden und unzählige hundeartige Monster umherstreunen – kurz gesagt: Pandora ist ein Ort, an dem man nicht gern unbewaffnet umherirrt. Eigentlich würde sich hier wohl auch niemand freiwillig aufhalten, gäbe es da nicht eine sagenumwobene Kammer, die irgendwo auf Pandora vor Urzeiten von einer hochentwickelten außerirdischen Rasse mit unvorstellbaren Schätzen vollgestopft wurde.
Als einer von vier Söldnern, liebevoll "Kammerjäger" genannt, wirst du per Bus in Fyrestone abgesetzt und machst dich, genauso wie hunderte anderer Glücksritter, Banditen und sonstiger Tunichgute, auf die Suche nach eben jener Kammer, die der Legende nach zu Ruhm, Macht, Frauen, Reichtum und innovativer Alientechnologie führt. Hierbei wirst du fortwährend von einem Schutzengel begleitet, welcher dir den Weg zur Kammer weisen soll.


Grafik

Das wohl Interessanteste an der Grafik von "Borderlands" ist der Comic-Style, in dem das Spiel zu sehen ist. Dieser untermalt das skurrile Geschehen im Spiel und reizt zudem den Spieler durch grafische Facetten, die man eher selten zu Gesicht bekommt. Trotz des an und für sich ungewohnt schwammigen Comic-Styles ist "Borderlands" doch sehr Detailreich gestaltet und schön anzusehen, wenn sich auch kaum behaupten lässt, dass man von den unglaublichen Landschaftsbild der Einöde Pandoras umgehauen wird. Somit beschränken sich die schönen Eindrücke der Grafik auf Waffen- und Charakteraussehen, während von einer Pflanzenwelt nichts zu sehen ist.


Sound


Von beeindruckendem Sound kann bei "Borderlands" nicht die Rede sein, da zuweilen nichts außer seinen eigenen Schritten zu hören ist, währen man von A nach B läuft. Hin und wieder wird man allerdings von einer doch recht angenehmen und untermalenden Musik begleitet, die jedoch alles andere als abwechslungsreich ist. Somit bewegt sich das Soundniveau mit viel Wohlwollen im durchschnittlichen Bereich.



Features

Als Jäger "Mordecai", Sirene "Lilith", Soldat "Roland" oder einfach "Brick" durchstreift man die karge Landschaft von Pandora und mäht dabei alles um, was einem in die Quere kommt. Hierzu wird Gebrauch gemacht von einer endlosen Liste an Waffen, die von Pistole und Revolver über MG und SMG zu Scharfschützengewehr und Raketenwerfer führt. Jede Waffensorte, sei es Repeater-Pistol oder großes MG, gibt es in unzähligen Variationen, die sich in Magazingröße, Feuerrate, Schaden, Zielgenauigkeit und Spezialeigenschaften wie Elementarschaden oder Doppelschuss unterscheiden.
Der Spielablauf ist jedoch sehr eintönig, so sind die verfügbaren Quests meist zusammenhangslos und man fragt sich häufig, was das nun alles mit der Kammer zu tun haben soll. Oftmals ist man gelangweilt vom endlosen Hin- und Hergelaufe zwischen den Quests, die einen ja doch nicht weiter bringen.


Auch der Multiplayer lässt einiges zu wünschen übrig. So dient dieser einzig dazu, den gesamten Spielverlauf erneut mit bis zu vier Spielern zu durchlaufen. Da dieser allerdings wie bereits erwähnt nicht sonderlich fesselnd ist, wird sich kaum einer dazu hinreißen lassen, diesen noch einmal durch zuspielen. Im Multiplayermodus haben die Spieler zudem noch die Möglichkeit sich untereinander zu messen, was jedoch ebenfalls unspektakulär gestaltet ist. So treffen sich die Spieler in einer Halle zusammen und treten im Team-Deathmatch oder Free-For-All gegeneinander an, ohne Hintergrundmusik, ohne besondere Modi und im Endeffekt ohne sonderlichen Spaß.

Fazit:

Mit "Borderlands" ist "2K Games" ein mal etwas anderes Rollenspiel geglückt, das nicht auf dem ewigen Schema "ein Held, ein Schicksal, eine Legende, ein Erzfeind" beruht. Es ist stellenweise durchaus witzig und anspruchsvoll gestaltet, kann sich allerdings hinsichtlich Abwechslung und Spannung nicht behaupten. Am Ende muss man sich zuweilen schon mehr oder weniger dazu zwingen weiter zuspielen, da einfach der Reiz verloren gegangen ist. Eine schöne Spielidee mit ausgefallener Grafik, aus der man jedoch sehr viel mehr hätte machen können.



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