Von: Kevin Hielscher
30.12.09 15:00

Test: Call of Duty: Modern Warfare 2

Infinity Ward veröffentlichte mit "Call of Duty 4 - Modern Warfare" einen preisgekrönten Top-Seller. Nun folgt der zweite Teil der Modern Warfare Serie, um den es im Vorfeld der Veröffentlichung viele Diskusionen gab. Grund dafür waren einige grundlegende Veränderungen im Multiplayer und ein spielbares Massaker in einem Flughafen. Ob "Call of Duty Modern Warfare 2" in die großen Fußstapfen seines Vorgängerns tritt, wird dieser Test zeigen.




Singleplayer

 

Es sind fünf Jahre vergangen und Imran Zhakaev, der noch als Bösewicht aus Call of Duty 4 bekannt ist, ist tot und wird von den Ultranationalisten als Held gefeiert. Doch es steht schon der nächste Terrorist bereit, die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen - Vladimir Makarov. Um ihn zu Fall zu bringen, schleust die CIA US Army Ranger Joseph Allen in Makarovs Organisation ein. Doch in einem Undercovereinsatz, dem im Vorfeld viel diskutierten Flughafenmassaker, läuft einiges nicht nach Plan, was schwerwiegende Folgen hat. Russland erklärt den USA den Krieg und startet eine Invasion der Ost-Küste. Nun ist es die Aufgabe, Makarov zu stoppen und die USA vor der Eroberung zu schützen. Dazu schlüpft der Spieler in die Rolle von Sgt. Gary „Roach“ Sanderson, einem Mitglied der Task-Force 141, welche unter der Führung von Captain „Soap“ MacTavish steht, der als Protagonist aus Call of Duty 4 bekannt ist. Als Sgt. Roach müssen Missionen im Kampf gegen Makarov in den verschiedensten Regionen der Erde, ob in Russland, Kasachstan, Afghanistan oder Rio de Janeiro bestritten werden. Außerdem spielt man mit Private James Ramirez, der mit vielen Kameraden die Ostküste, hauptsächlich Washington D.C. und andere Städte, vor der Invasion der Russen bewahren soll. Im weiteren Spielverlauf ist auch Captain „Soap“ MacTavish selbst spielbar.

 

Auch dieser Teil der Call of Duty-Reihe beginnt mit einem Turtorial, der die simple Steuerung kurz erklärt. Danach wird man, wie schon in Modern Warefare I, durch einen Parkour geschickt, der dem Spieler, je nach Erfolg beim eben diesem, eine Schwierigkeitsstufe vorschlägt - Rekrut, Soldat, Söldner oder Veteran.

Generell gesehen ist Modern Warefare 2 sehr ähnlich zu Call of Duty 4. Die Story ist in drei Kapitel aufgeteilt und nimmt zum Ende hin gut an Fahrt auf. Die Levels sind wie eh und je im alten Schlauchdesign konstruiert, bieten aber mit neuen Ideen für Abwechslung und Spannung. So gibt es zum Beispiel Zeitlupenvorstöße in von Terroristen besetzte Räume oder rasante Schneemobilverfolgungsjagden. Dank der gut gestalteten Level, in denen es vor Gegnern nur so wimmelt, kommt eine ungeheure Spannung auf. Leider ist der Singleplayer schon nach ca. vier Stunden durchgespielt.

Dafür kann Modern Warefare 2 aber mit einem Coop-Modus auftrumpfen - der sogenannten "Spezialeinheit", in der es möglich ist, alleine oder mit einem Freund gemeinsam Missionen zu erledigen. So kann man weitere Schleichmissionen spielen oder zum Beispiel mit Unterstützung eines anderen Spielers eine AC130 (Kampfflugzeug) steuern und seinen Kameraden am Boden die Gegner vom Hals halten.

 

Multiplayer

 

Der Multiplayer wurde im Vorfeld der Veröffentlichung von Teilen der Community sehr stark kritisiert, da die Dedicated Server abgeschafft wurden und das Spiel nur noch in Verbindung mit Steam spielbar sein sollte. So riefen viele Anhänger der älteren CoD-Spiele, besonders die Anhänger der E-Sports Community, zum Boykott des neuen Infinity Ward Sprosses auf.

Trotzdem braucht sich der Multiplayer nicht zu verstecken. Auf 16 verschiedenen Karten und in 17 verschiedenen Spielmodi können die Spieler ihre Sturmgewehre oder MPs glühen lassen. Im Klasseneditor können Waffen je nach Wunsch angepasst und dazu noch aus einer Vielzahl von sogenannten Perks/Extras (16 Stück, die jeweils noch aufgewertet werden können) ausgewählt werden, um ihre Klasse noch tödlicher zu machen. Dazu gibt es noch Sekundärwaffen, sowie Ausrüstungsgegenstände. Hier eine Übersicht der Auswahlmöglichkeiten:

 

Primärwaffen:

  • 9 Sturmgewehre

  • 5 Maschinenpistolen

  • 5 Maschinengewehre

  • 4 Scharfschützengewehre

  • 1 Ropt-Shield (Polizeischild)

 

Sekundärwaffen

  • 4 Maschinenpistolen

  • 6 Schrotflinten

  • 4 Pistolen

  • 5 Raketen-/Granatenwerfer



Sonstiges

  • 13 Waffenaufsätze

  • 16 Perks + Upgrages

  • 4 Todesserien

  • 7 Ausrüstungsgegenstände (Granaten, Sprengstoff, etc.)

  • 3 Spezialgranaten

  • 15 Abschussserien (Helikopter, AC130, Drohnen, etc.)



 

 

 

Natürlich sind all diese „Leckerlis“ nicht sofort verfügbar, sondern müssen erst freigespielt werden. Jeder Kill oder Assist bringt Erfahrung, die a la Battlefield im Profil dokumentiert und global abgespeichert wird. Extra Erfahrung bringt das Erfüllen von Herausforderungen, die zusätzlich noch ansehnliche Titel oder Embleme freischalten, die jeder andere Spieler in einem Match sehen kann. Es ist motivierend zu versuchen, so viel wie möglich frei zu spielen. Wer nach den 70 Levels immer noch nicht genug hat, kann den Prestige-Modus aktivieren und erneut alles frei spielen. Dies kann man 10-mal wiederholen, bis das höchste Level erreicht ist.

 

 

Grafik

 

Auf den ersten Blick ähnelt Call of Duty - Modern Warefare 2 sehr stark Call of Duty 4. Die Details jedoch wurden noch verfeinert; der Rauch zieht nun noch feiner über das Schlachtfeld. Hingucker sind die Animationen der Figuren, die Explosionseffekte und der realistisch blutverschmierte Bildschirm nach Treffern. Die Grafik hat großen Anteil an der großartigen Atmosphäre. Zudem fällt positiv auf, dass das Spiel keine hohen Hardwareanforderungen hat, sondern hervorragend optimiert wurde, wie man es von Call of Duty gewöhnt ist.

 

 

Sound

 

Ebenso wie die Grafik, weiß auch der Sound zu überzeugen. Vom realen Waffenklang, bis hin zur begleitenden Musik, die eigenhändig von Hans Zimmer ins Leben gerufen wurde, welcher bereits für Filme wie "Der König der Löwen", "Fluch der Karibik" und "Gladiator" komponiert hat. Es stimmt einfach alles: Ein dramatischer und bombastischer Sound.

 

Fazit


Abschließend kann man sagen, dass "Call of Duty - Modern Warfare 2" dem Singleplayer von Call of Duty 4 in nichts nachsteht und durch den Coop-Modus noch um einiges besser ist. Leider ist der Multiplayer in der PC-Version ohne Dedicated Server und LAN zu eingeschränkt, was das Spiel für Clan-Spieler und alte Veteranen eher unattraktiv macht. Trotz all dem handelt es sich um ein super Spiel mit viel Action und Spannung.




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