Von: Kevin Hielscher
17.01.10 13:14

Test: Left 4 Dead 2

Als die ersten Trailer zu Left 4 Dead 2 erschienen, herrschte Verwirrung in der Community. Handelt es sich bei dem neuen Spross des Hauses "Valve" eher um ein Left 4 Dead 1.5 oder um ein Spiel, das die "2" hinter dem Produktnamen verdient hat? Ob der neue Titel nur reine Abzocke ist und welche Neuerungen es gibt, wird dieser Test zeigen.




Gameplay

 

Vergleicht man den ersten und zweiten Teil von Left 4 Dead, so stellt man schnell fest, dass sich nicht viel verändert hat.

Die fünf Kampagnen spielen in den Südstaaten der USA. Das Besondere aber ist, dass die Massen von Zombies jetzt auch bei Tag abgeschlachtet werden können und nicht nur, wie in Teil 1, ausschließlich bei Nacht oder der Abenddämmerung. Leider hat das zur Folge, dass die Atmosphäre ein wenig verloren geht. Es gibt aber auch dunklere Ecken, wie zum Beispiel einen Sumpf. Auch das Missionsdesign hat sich nicht verändert; immer noch das gleiche Prinzip – Kämpfe von Teilmission zu Teilmission. Metzel hunderte Infizierte ab und finde, nach einer großen letzten Schlacht, Rettung in einem Boot oder Helikopter. - Dies ist auf Dauer eher langweilig.

Daran können auch die neuen Waffen und Gegner nicht viel ändern. Von den nun insgesamt 28 Waffen sind 15 Schusswaffen, 10 Nahkampfwaffen und 3 Granaten. Die Nahkampfwaffen sind eine neue Errungenschaft von Left 4 Dead 2 und recht gut, wenn viele Zombies dem Spieler zu nahe zu kommen. Witzig ist, dass dieser auch mit Bratpfannen oder E-Gitarren auf die ehemaligen Mitmenschen einschlagen kann. Neben den altbekannten mutierten Infizierten, wie Smoker oder Hunter, gesellen sich nun drei neue Bossgegner zur Armee der Hölle - der quirlige Jockey, der spuckfreudige Splitter und der energische Charger. Auch die normalen Zombies treten nun in größeren Variationen auf. Von den vier ehemaligen Hauptcharakteren ist übrigens nichts mehr zu sehen. "Nick", "Coach", "Rochelle" und "Ellis" heißen die neuen vier Überlebenden, welche nun um ihr Leben kämpfen.

Die Kampangen lassen sich in vier Schwierigkeitsstufen spielen, sodass im Experten-Modus das Teamplay der Schlüssel zum Sieg ist. Im Gegensatz dazu kann man im Anfänger-Modus regelrecht durch die Level fliegen. Es ist ein großer „Mehrspielerspaß“ mit anderen Leuten gemeinsam Zombies abzuschlachten. Natürlich kann man nicht nur die Kampagnen durchspielen, es stehen noch vier weitere Spielmodi zur Wahl. Wem die normalen Coop-Missionen zu leicht sind, spielt im Realism-Modus. Hier sind die Gegner sehr stark und die HUD ist eingeschränkt. Empfehlung für richtige Teamspieler: der Realism-Modus auf Expert.

Im Scavange ist es das Ziel, so viele Benzinkanister zu sammeln, wie möglich, bevor die Zeit abgelaufen ist oder alle Überlebenden tot sind. Dies geschieht Rundenweise, wobei die mutierten Infizierten vom anderen Team gespielt werden. Der Survial-Modus ist etwas für Leute, die gerne Rekorde knacken. Es ist das Ziel die massenhaft, anstürmenden Wellen von Gegnern zurückzuschlagen und das gesamte Team so lange wie möglich am Leben zu halten. Für Clan-Spieler ist der Versus-Modus ein gefundenes Fressen, da hier vier gegen vier spielen können. Ein Team von Infizierten muss das Team der Überlebenden vor dem Erreichen des Schutzraumes hindern. So schlüpft man, ähnlich wie im Scavange-Modus, in die Rolle eines Boomers oder Tanks. Es wird abwechselnd gespielt.



Grafik

 

Left 4 Dead 2 setzt, wie in vielen Titeln von Valve, auf die Source Engine. Auch wenn diese schon nicht mehr auf dem höchsten Stand der Dinge ist, ist die Grafik des Spieles doch sehr ansehnlich. Auffällig ist, dass die Source Engine eher CPU- als GPU-Leistung benötigt. Dies ist möglicherweise interessant für Nutzer, die einen leistungsstarken CPU haben. Die Havok Engine wird zum berechnen der Physik verwendet.

 

Fazit

Left 4 Dead 2 ist ein großer Mehrspielerspaß, der, je höher die Schwierigkeit ist, auch mehr Teamplay erfordert. Leider leidet der Langzeitspielspaß unter dem monotonen Gemetzel, welches aber auch seinen Reiz hat. Ob der Normalpreis von ca. 50 Euro, für ein mehr oder weniger, großes Addon zu Left 4 Dead 1 gerechfertigt ist, bleibt fraglich.


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