Von: Kevin Hielscher
04.11.09 23:15

Test: Need for Speed Shift Racing

EA wagt mit „Shift“ den Neuanfang, der „Need for Speed“ – Reihe. In der Mischung aus Arcade und Simulation versucht der Spieler in aufgetunten Boliden auf Rennpisten wie Silverstone oder der Nordschleife seine Gegner in Grund und Boden zu fahren. Ob dies dem neuen Entwicklerteam, der Slightly Mad Studios, gelungen ist, wird dieser Test zeigen.




GAMEPLAY


Nach „Need for Speed – Undercover“, dem letzten Teil der beliebten Rennreihe, der vernichtende Kritiken erhielt und fast das Ende der Ära bedeutete, hat sich EA ein neues Entwicklerteam mit ins Boot geholt, die sich an einem neuen und anderen „Need for Speed“ versuchten. Und das mit Erfolg. Der neue Titel erinnert an „Pro Street“, also an eine Rennsimulation, die aber keines Falls mit „GTR“ oder „Gran Turismo“ verglichen werden kann.

Wie in jedem Teil der ruhmreichen Marke fährt man als namenloser Charakter Rennen, um am Ende des Spiels der Champion der Rennfahrer zu sein. Dieses Mal heißt das Ziel World Tour, eine Rennserie der besten Fahrer und der schnellsten Boliden.  Doch um dieses zu erreichen, muss sich der Spieler erst einmal durch vier Stufen kämpfen, in denen fleißig Punkte gesammelt werden müssen. Diese Punkte erhält man durch das Erfüllen bestimmter Vorgaben, wie zum Beispiel das Erlangen eines Podiumsplatzes oder einer bestimmten Zeitvorgabe. Die Vorgaben variieren je nach Spielmodus, von denen einige neu dazugekommen sind, wie die Maunfakturer Competition, ein Rennen, in dem alle Fahrer den gleichen Wagen fahren müssen, oder das Ausdauerrennen. Die altbekannten Rennmodi sind der Rundenmodus, das  Zeitfahren, Drift, Duelle und Runden, sowie Zeiteliminator. Hinzu kommen noch Bossrennen. In vielen dieser Events fahren sie nicht den eigenen, sondern den von einem Sponsor zur Verfügung gestellten Wagen. Dies ist sehr interessant, da man viele verschiedene Fahrzeuge kennenlernt, zu mal man bereits auf Stufe 1 in einem Einladungsevent einen Wagen aus Stufe 4, der höchsten Stufe, fahren kann.



Nun kommen wir zu einer tollen Neuerung, die den Spielspass und auch den Langzeitfaktor sehr anhebt. In Shift gibt es individuelle Profile, die den Fahrstil der Spieler genau festhalten. Man unterscheidet zwischen Präzision und Aggression. Präzise Fahrmanöver, wie das Fahren auf der Ideallinie oder das Meistern einer Kurve, bringen genauso Punkte, wie das Rammen eines Konkurrenten  oder das Driften. Je mehr Punkte der Spieler erreicht, desto höher steigt sein Profilrang. Es winken tolle Belohnungen wie Sponsorengelder oder das Freischalten von neuen Felgenpakten. Außerdem gibt es massig Abzeichen, die alle erfahren werden wollen.

Kommen wir nun zu einem Punkt, der für die Need for Speed-Anhänger  nicht unwichtig ist: das Tunen. Die Zeiten der wilden optischen Variation von Karosserieteilen sind wohl vorbei, da so gesehen nur noch die Felgen, der Lack und die Vinyls verändert werden können – dafür aber mit sehr vielen Möglichkeiten. Karosserie, Spoiler und das sehr individuelle Autosculpen werden außen vorgenommen. Es können dennoch drei verschiedene Karosseriekits erworben werden, die, je nach Level, einen guten Leistungsschub leisten. Die Boliden ähneln spätestens mit dem neuintegrierten Werksumbau, der nochmals einen guten Leistungskick gibt, einem schicken DTM-Flitzer - sehr schick. Bei der Feineinstellung der neuen Rennteile wird der Kompromiss zwischen Simulation und Acrade sichtbar, da man sich entweder fürs schnelle Einstellen per Balken (z.B. Antrieb: Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit) oder für das Einstellen jeder kleinen Feder entscheiden kann. Das Tuning wirkt sich direkt auf das Fahrverhalten aus und so muss jeder seine eigenen guten Einstellungen finden.

Das Fahrverhalten der Fahrzeuge ist real nachempfunden, auch wenn die Wagen anfangs für einen Nichtrennsimulationspieler sehr schwer zu kontrollieren sind und dabei ordentlich Frust aufkommen kann, wenn man ein Rennen zum x-ten Mal fahren muss. Mit der Zeit lernt man die Boliden gut kennen und es macht richtig Laune eine nach der anderen Kurve mit hoher Geschwindigkeit zu nehmen.

Es gibt aber auch ein Mysterium: den Driftmodus. Viele Spieler verzweifeln daran, das richtige Zusammenspiel aus Gas und Bremse richtig hinzubekommen. Außerdem ist die Steuerung viel zu sensibel und es fällt schon schwer geradeaus zu fahren. Laien können Fahrhilfen einstellen, die ihnen das Leben erleichtern, wie zum Beispiel den Bremsassistenten oder die Traktionskontrolle.


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