Von: Tim Leistikow
04.11.10 22:26

Test: Star Wars - The Force Unleashed 2

Starkiller kehrt zurück auf den heimischen PC. Oder zumindest seine geklonte Version für Darth Vaders Privatarmee. Warum der schwarze Mann mit dem lauten Atem sich diesen Aufwand hätte sparen können, erfahren Sie im Test.




Der geläuterte Jedi-Killer Galen Marek, alias „Starkiller“, hatte beileibe kein schönes Leben. Erst töten der dunkle Sith-Lord Darth Vader seinen Vater, dann wird er durch eine Gehirnwäsche zu Vaders Werkzeug, nur um am (guten) Ende von The Force Unleashed 1 den Löffel abzugeben.

Doch da sollte nicht das Ende sein, denn auf Camino wird er von seinem Ziehvater als Klon wiederbelebt. So zumindest versucht Darth Vader es seinem ehemaligen Schützling einzureden. Wieviel Wahrheit hinter dem steckt, das ist eine der Fragen die Starkiller die nächsten Spielstunden antreibt.

Schnelles Ende

Oder auch eben nicht, denn die anfangs spannende Story gerät schnell in die Belanglosigkeit. Schon bald geht es nur noch darum, Galens ehemalige Verbündete zu finden. Tatsächlich haben wir bereits die gesamte Storyline erzählt. Galen sucht nach General Kota und Juno und das wars. Die Suche nach der eigenen Identität oder gar ein großangelegter Rachefeldzug gegen seinen ehemaligen Meister sucht man vergebens. Und sobald die Story gerade wieder in Fahrt zu kommen scheint, ist Schluss. Mit gerade mal fünf Stunden Spielzeit ist The Force Unleashed 2 verbrecherisch kurz. Zumal die Handlung aus Teil eins noch ein echtes Schmankerl für Star Wars Fans war.

Die graue Bedrohung

Das alles könnte man natürlich als Anhänger des ersten Teils verkraften, wenn denn das Gameplay stimmen würde. Das tut es aber nicht. Während in Starkillers erstem Abenteuer noch ganze zwölf Level bestritten werden mussten, reduziert sich der zweite Teil auf magere fünf. Die sehen zwar an sich schick aus, kommen aber nicht an die Vielfalt des ersten Teils heran. Zumal der Spieler fast ein drittel der Zeit in den Rebellenkreuzer Salvation eingeschlossen wird. Dieser lässt sich mit den Worten grau und monoton am Besten beschreiben. Als Höhepunkt des Levels muss der Spieler vier Mal (!) durch ein und den selben Frachtraum kämpfen. Uninsperierter geht es kaum.

Die Macht ist stark in diesem

Veteranen des ersten Teils wird sofort auffallen, das Starkiller nun zwei Schwerter gleichzeitig benutzt. Einen Unterschied macht das aber nicht, einzig der Schwertwurf profitiert von dieser Gegebenheit. Als neue Fähigkeit ist die Gedankenkontrolle dazu gekommen. Mit dieser ist man in der Lage Sturmtruppen gegeneinander kämpfen zu lassen oder sie ganz einfach suizid begehen lassen.

Ebenfalls neu ist der „Force-Fury“-Modus, in den Starkiller wechseln kann, wenn er die dazugehörige Leiste durch besiegte Gegner gefüllt hat. Dann werden die Machtfähigkeiten des Sith für kurze Zeit immens verstärkt und er besiegt selbst riesige Gegnergruppen im Handumdrehen. Vorrallem die Machtblitze, die schon im ersten Teil viel zu stark waren, sind noch ein Stück übermächtiger geworden.

Trotzdem machen gerade die Kämpfe im zweiten Teil am meisten Spaß. Ständig ist man bemüht, das perfekte Zusammenspiel aus Macht-, Kampf-, und Kombotechniken zu finden und jeden Gegner möglichst effektvoll ins virtuelle Nirvana zu schicken.

Einer der größten Spaßfaktoren des ersten Teils waren die effektvoll inszenierten Bosskämpfe. Doch auch hier schludert The Force Unleashed 2. Es wird gegen Roboter, ein riesiger Gorog, der Rancors zum Frühstück verspeist, und gegen Darth Vader gekämpft. Das waren auch schon alle Gegner. Einzig der mehrstufige Kampf gegen den Gorog erzeugt wirklich Spannung, alle anderen hat man nach ein paar Stunden schon wieder verdrängt.

Sieht nicht nur gut aus

Wie gehabt sind auch die Lichtschwertkristalle wieder mit dabei. Mit ihnen können die Farben der Schwerter separat verändert werden oder sie verpassen Boni wie Feuerschaden.

Zu finden sind diese Kristalle entweder an versteckten Orten in den Levels oder man verdient sie sich in den neuen Herausforderungskammern. Dort versucht ihr entweder gegen die Zeit von A nach B zu kommen, oder die Machtfertigkeit möglichst effizient zu benutzen.

Wenigstens grafisch kann The Force Unleashed 2 überzeugen. Sei es der Immerregnerische Planet Camino oder der atmosphärische Sonnenuntergang auf Cato Neimoidia, alles wirkt wie aus einem Guss. Doch auch hier ist LucasArts nicht wirklich konsequent. Denn so schön die eben genannten Schauplätze auch aussehen, so langweilig sind die anderen Level. Nicht selten rennt man durch einfarbige, graue Schläuche. Häufig denkt man „Das hab ich doch schonmal gesehen“. Die hübsche Grafik kann leider nicht überdecken, das hier mit vielen Bausteinen etwas lieblos zusammengesetzt wurde.

 

Fazit


Was bedeutet das alles nun für The Force Unleashed 2? Es ist im Grunde kein schlechtes Spiel und wir hatten auch durchaus Spaß mit dem Lichtschwertschwinger. Doch das alles kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Spiel nicht an seinen großartigen Vorgänger herankommt. Fans des ersten Teils müssen ihre Erwartungen stark zurückschrauben um keine Enttäuschung zu erleben.


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